Arbeit und Soziales

Die Haie finden die Debatte um das bedingungslose Grundeinkommen erst einmal spannend und modern. Es erschreckt, dass ausgerechnet Gewerkschaftler und Funktionäre mancher Parteien abwehrend auf diese Idee reagieren. Das ist verdächtig. Kann es sein, dass manche Funktionäre Angst um ihre Machtbereiche, Aufgaben oder Feindbilder haben?

Wieso sollte ein niedriges bedingungsloses Grundeinkommen zum Beispiel für junge Künstler nicht finanziell beruhigen sowie die Kreativität fördern und damit doch ein Gewinn für uns alle sein?

Die negative psychologische Dimension von Sozialhilfe ist nicht zu unterschätzen. Mancher fühlt sich wertlos, meint, der Gesellschaft auf der Tasche zu liegen. Und ja, mancher tut dies auch hemmungslos, aber wir sollten nicht immer vom Schlechten ausgehen. Wenn es stimmt, dass es finanzierbar ist, fordern Die Haie, dass man diese bestechende und moderne Option erneut durchrechnet. Es kann gut sein, dass so eine bürgerlich-monetäre Revolution viel gesellschaftlichen Frieden und Zufriedenheit bringt. Es mag aber auch sein, dass es den Zuzug in unsere Sozialsysteme noch stärker forciert. Die Haie sind jedenfalls für eine weitergehende gesellschaftliche Diskussion zu diesem Thema.
Die Festlegung von Löhnen und Gehältern ist und bleibt ausnahmslos Sache der Tarifpartner. Mit wenig Verständnis haben Die Haie zur Kenntnis nehmen müssen, dass in den vergangenen Monaten einzelne Sparten-Gewerkschaften alle anderen Partner mit unangemessen hohen Forderungen erpressen konnten. Dies darf nicht sein. In großen Betrieben bilden Gewerkschaftsteile oft sogar eine Art Mitarbeiter-Parallelgesellschaft. Hier appellieren Die Haie an die alteingesessenen Gewerkschaften, keinen Filz zuzulassen und fragwürdige Strukturen und Gesetzmäßigkeiten zu eliminieren.

Die Haie befürworten daher auch die Bildung neuer Gewerkschaften.

Wie auch in der Parteienlandschaft können ein frischer Wind und neue Einflüsse allgemein belebend wirken. Wer hier aggressiv und unfair einer Besitzstandswahrung das Wort redet, ist offensichtlich ängstlich und nicht offen für Neues und neue Strukturen. Überhaupt sind Die Haie sehr dafür, alles Eingefahrene konsequent zu überprüfen und kritisch zu hinterfragen.

 In den 1990er Jahren wurden die Herausforderungen der Globalisierung, die Konkurrenz zu Billiglohn-Ländern und auch das Bewusstsein, dass Deutschland in einem harten Wettbewerb seine Standards weiter durch Arbeit und Erfolg absichern muss, in den Fokus gerückt und begreifbar gemacht.

Das Wissen, dass weder der Staat noch jeder Einzelne von uns sich zu lange ausruhen kann, ist für Die Haie sehr wichtig. In diesem Sinne ist der Hauptaspekt der Hartz-Reformen, nämlich das Bewusstmachen und Stärken der Eigenverantwortung, nach wie vor absolut richtig. Trotzdem wird die Agenda 2010 oft als unmenschlich und zu hart gebrandmarkt.

 Es muss weiterhin darauf geachtet werden, dass unter dem Strich Menschen, die arbeiten, mehr haben müssen als Menschen, die nicht arbeiten. Die Haie sind sich aber bewusst, dass sehr viele Menschen völlig unverschuldet durch Pech, Krankheit oder eine falsche Entscheidung in Verhältnisse kommen, in denen der Staat helfen muss. Falls daher Fehler bei den Hartz-Reformen gemacht wurden, falls diese zu hart sind, werden Die Haie sehr dafür sein, das Hartz-System zu reformieren. Missbrauch von Sozialleistungen muss dabei aber erschwert werden, so dass eine vorsätzlich von „Stütze“ finanzierte Faulheits-Karriere unmöglich wird.

Ganz wichtig ist uns in dem Zusammenhang der Blick auf die Kinder. Den Haien ist es wichtig, dass auch Kinder in Hartz-IV-Familien ein absolut menschenwürdiges und kinderfreundliches Leben führen können. Entsprechend müssen die Sätze für Sozialhilfe ständig angepasst werden. Einige Kinder sehen ihre Eltern morgens selten aufstehen oder zur Arbeit gehen. Das ist traurig und ein echtes Problem. Die Haie wollen das Bewusstsein für die Verantwortung für das eigene Leben stärken, damit besonders die Kinder nicht leiden müssen!
In Deutschland ist die Quote der Wohnungseigentümer im Vergleich zu anderen Ländern gering. Wir erachten die Möglichkeit des Erwerbs der eigenen vier Wände als wichtig und förderungswürdig. Leider hat es in Deutschland eine falsche Entwicklung gegeben, so dass der Wohnraum in nachgefragten Städten unverhältnismäßig teuer geworden ist. Ein dekretierendes, sozialistisches Eingreifen in den Markt, wie etwa die letztlich untaugliche Mietpreisbremse, ist allerdings ein falscher Weg darauf zu reagieren.
Es gilt vielmehr, die Provinz wieder stärker zu beachten, das Wohnen und Arbeiten in Kleinstädten und Dörfern intelligent und nachhaltig zu fördern.

Es müssen, können und sollen nicht alle in München, Hamburg oder Berlin wohnen und wohnen wollen. Für manche Menschen ist sicher das Leben in der vermeintlichen Provinz viel geeigneter, schöner und außerdem ungleich kostengünstiger.

Natürlich soll hier der Staat nicht bestimmen oder in die Wohnort-Präferenzen bevormundend einschreiten. Nein, es sollen Anreize geschaffen werden. Die Digitalisierung bietet uns hier massive Chancen. Heute sind sehr viele Tätigkeiten von einem schönen Zuhause aus zu machen.

Firmen, Ärzte und auch Familien sollen konkret finanziell etwas davon haben, in die oft geschichtsträchtige und malerische Provinz zu ziehen.

Hier gilt es zum Beispiel, innovativ Steueranreize zu schaffen.

Auch der Denkmalschutz muss in der Provinz pragmatischer handeln. Nichts haben die Menschen davon, wenn in einer noch im Moment wenig nachgefragten Kleinstadt-Lage ein Fachwerkhaus immer mehr verfällt, bei weniger strengem Denkmalschutz aber eine Nutzung realistisch infrage käme.